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Texte und Predigten

Ewigkeitssonntag

«Unsere Zeit ist geprägt vom Kult um die Jungen, Schönen und Reichen. Da müssen Alter, Krankheit und Tod als Spielverderber erscheinen. Darum verdrängt unsere Gesellschaft den Tod in die Abgeschiedenheit von Sterbezimmern. Und Beerdigungen finden immer mehr im kleinen Kreis der Angehörigen statt. Der Tod soll unsere Geschäftigkeit nicht stören. Wenn er kommt, ist es noch früh genug, sich ihm zu stellen, sagt man. Doch dann ist es definitiv zu spät.»

Ruedi Reich, 1945-2012, Kirchenratspräsident 1993-2010, in einem Interview.
Glauben, Zweifeln, Handeln. Predigten und Gespräche. TVZ, 2004.

Dem Tod verdrängen ist naheliegend. Schliesslich wollen wir leben. Wieso sich über den Tod Gedanken machen, man kann ja eh nichts ändern. Stimmt, der Tod ist gewiss – aber Einspruch: am Leben mit dem Tod kann man etwas ändern. Das denke ich oft, wenn ich mit Angehörigen auf dem Friedhof stehe, vom plötzlichen Fehlen eines Menschen überrollt und aus der Geschäftigkeit gerissen. Wie leben wir bewusst als Sterbende?

Ewigkeitssonntag – so heisst der letzte Sonntag im Kirchenjahr, bevor mit der Adventszeit das Neue wieder anbricht. Als Totensonntag hatte ihn Friedrich Wilhelm III. von Preussen, 1816 bestimmt. Ein Sonntag zur Erinnerung an die Verstorbenen. Doch ein Totengedenken war den Evangelischen nie geheuer. Es muss um die Lebenden gehen. So hatte Jesus selbst gesagt: «Lass die Toten ihre Toten begraben. Du aber geh und verkündige das Reich Gottes» (Lk 9,60).
Reich Gottes ist Ewigkeit. Es lässt sich vom Tod nicht knechten. Es lässt das Leben nicht so klein denken, zeitlich gefangen nehmen zwischen Geburt und Tod. Es huldigt keinem vergänglichen Kult um Jugend, Schönheit und Reichtum. Reich Gottes verkündet Leben als etwas viel Grösseres.
Ausgerechnet der Tod gibt mir einen Blick frei für Reich Gottes. Wie wir vermissen können und geschüttelt werden von dem was uns fehlt, das lässt mich doch sehr zweifeln, dass da nicht viel mehr ist.
Gerne lasse ich nach der Beisetzung Grab und Friedhof hinter mir und fahre über den Fluss in die Kirche zum Abdankungsgottesdienst. Der Tod hat seinen Ort. Wir schauen den Toten nach und dem Tod entgegen. Aber dann heisst es Gottes Reich zu verkünden, Ausschau halten nach dem was bleibt, wo Ewigkeit aufleuchtet im Leben. So lebe ich als Sterbender.

>Pfr. Andreas Weber

 
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Ameisli - Tastsinn
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Jungschar - 7 fette Jahre
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Gottesdienst zum Ewigkeitssonntag
Am 26.11.2017 um 09:30 Uhr
Ref. Kirche Eglisau, Pfr. Andreas Weber,Tel. 044 867 02 44
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Besinnung auf dem Friedhof
Am 26.11.2017 um 14:00 Uhr
Friedhof Eglisau, Pfr. Andreas Weber,Tel. 044 867 02 44
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Jugendgottesdienst - Vergebung
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Bildungsanlass ''PaarImpuls lädt zum Tanz''
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