Agenda Was tun bei Fotos & Berichte Angebote Über uns Downloads Links  

Zum Ewigkeitssonntag

25 Fragen zum Toten- oder Ewigkeitssonntag am 24. November

Dass ich in der Chile-Agenda, kaum habe ich mich in der Kirchgemeinde Eglisau etwas eingelebt, über Tod und Ewigkeit schreiben soll, weckt zwiespältige Gefühle. Stehen wir Pfarrpersonen nicht unter einem Generalverdacht?
Dass wir betreffend dieser Themen ein unverbesserliches Wissen besitzen und damit die Angesprochenen mit unseren Phrasen meist nerven, oder, weil es immer das Gleiche ist, langweilen.
Ich habe mich dann an einen Toten erinnert (vgl. Fragen 24 und 25), von dem ich, was das Nachdenken über existentielle Probleme bedingt, vermutlich geprägt bin. Nämlich der Schriftsteller Max Frisch. Er hat in seinem zweiten Tagebuch eine Methode entwickelt, die ich gerne aufnehme. Statt sich über ein Thema in der Position des überlegenen Wissenden auszulassen, hat er Fragen gestellt, Fragebogen mit jeweils 25 Fragen erstellt. Und dies mache ich jetzt auch: Ich schreibe Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, 25 Fragen auf, die Sie, wenn Sie mögen, selber beantworten oder zu neuen Fragen erweitern.
Gleichzeitig lade ich Sie herzlich ein zu unserem Gottesdienst, 24. November, am Morgen in der Kirche, wo alle Namen der verstorbenen Gemeindemitglieder des vergangenen Kirchenjahres verlesen werden, und zu der Gedenkfeier am Nachmittag auf dem Friedhof.

Hansjakob Schibler, Pfarrer

1. Merken es die Toten, wenn man an sie denkt?
2. Haben Sie jemanden, an den Sie sich am Totensonntag gerne erinnern lassen?
3. Haben Sie sich schon einmal überlegt, ob Verstorbene, die Ihnen lieb und nahe waren (Vater, Mutter, Freund, Ehepartner, Grosseltern etc.) manchmal auch an Sie denken oder Ihnen vielleicht sogar versuchen ein Zeichen zu geben?
4. Kennen Sie einen verstorbenen Menschen, von dem Sie denken, dass Sie vielleicht die einzige oder letzte noch lebende Person sind, welche noch an diese Frau oder an diesen Mann denkt?
5. Jemand sagt, an Verstorbene zu denken, ist so, als ob man ihnen in seinem «Lebenshaus» ein kleines Zimmer einrichtet, wo sie immer bei einem wohnen können. Würden Sie dem zustimmen oder finden Sie das übertrieben?
6. Hilft es Ihnen, wenn Sie mit andern zusammen an eine für sie unvergessliche Person denken können, auch wenn sie die Personen der andern gar nicht gekannt haben?
7. Leben Sie gerne in einer Gemeinschaft, Dorf, Kommune, Stadt etc. in der man ab und zu oder sogar regelmässig an die verstorbenen Angehörigen denkt?
8. Was finden Sie besser, dass man auf dem Friedhof, dort, wo man vom Toten Abschied genommen hat, sein Gedenken feiert, oder besser in der Kirche, wo man Trost für das weitere Leben bekommen hat?
9. Wie würden Sie einem kleinen Kind erklären, was Sie empfinden und wie es ist, wenn man an Verstorbene denkt?
10. Was finden Sie an einer Totengedenkfeier wichtiger, ergreifende Musik oder dass etwas Gehaltvolles gesprochen wird?
11. Warum lassen sich Totengedenkfeiern im reformatorischen Sinn nicht unbedingt gutheissen?
12. Macht es für Sie einen Unterschied, ob man den Sonntag, an dem man an die Verstorbenen des vergangenen Kirchenjahres denkt, Totensonntag oder Ewigkeitssonntag nennt?
13. An gewissen Orten in der Schweiz (vor allem in kleineren Gemeinden) werden die Namen der Verstorbenen des vergangenen Jahres im Silvestergottesdienst nochmals genannt. Finden Sie das passender als am Totensonntag?
14. Stört es Sie zu hören, dass der Totensonntag als Feiertag wahrscheinlich auf eine Anordnung des damaligen deutschen Kaisers nach den napoleonischen Freiheitskriegen mit ihren zahlreichen Kriegsgefallenen zurückgeht?
15. Wenn Sie darüber entscheiden könnten, ob es den Totensonntag als christliche Feier weiterhin geben soll, wären Sie dafür oder dagegen?
16. Hoffen Sie darauf, wenn Sie selber einmal gestorben sind, dass man am Totengedenktag auch Ihren Namen nennt, ist es Ihnen egal oder wünschen Sie sogar ausdrücklich, dass es nicht geschieht?
17. Ändert sich etwas an dem Verhältnis, das Sie zu Verstorbenen gehabt haben, wenn Sie ab und zu an sie denken? Wenn ja, was ?
18. Wenn Sie an Verstorbene denken, bedeutet das nicht auch, dass Sie sich an sehr unangenehme Dinge erinnern müssen?
19. Denken Sie, dass, wer viel an Tote denkt, automatisch auch an das ewige Leben glaubt?
20. Wo leben Ihre verstorbenen Angehörigen, in Ihrem Herzen, im Himmel, überall oder nirgends mehr?
21. Ist die Ewigkeit nur eine Zeit oder auch ein Ort oder beides oder beides nicht?
22. Soll man die Toten feiern oder besser sich selber, dass man sie bei sich gehabt hat?
23. Was ist Ihnen wichtiger, dass Sie Ihre verstorbenen Angehörigen einmal wieder sehen oder dass Sie ihnen ein gutes Andenken bewahren?
24. Wie stark sind Sie beeinflusst von Menschen, die nicht mehr leben, oder von solchen, die noch da sind?
25. Man hört oft, die Menschheit sei mehr beeinflusst von toten als von aktuell lebenden Menschen. Stimmt das für Sie so noch, oder denken Sie, dass es im digitalen Zeitalter doch lebende Menschen sind, derentwegen sich alles so schwindelerregend rasch verändert?

 
Chile-Agenda
Die neue Ausgabe von unserer Chile-Agenda ist ab sofort als pdf-Datei online.
Melden Sie sich für unseren Newsletter an.
mehr...
Nächste Anlässe:
Jugendgottesdienst - Gott ist überall
Am 22.11.2019 um 18:30 Uhr
ref. Kirchgemeindehaus, Pfr. Hansjakob Schibler
mehr...
Jungschar - Sport ist Mord?
Am 23.11.2019 um 14:00 Uhr
Pausenplatz Schulhaus Städtli, Rafael Aegerter, Tel. 079 749 49 63
mehr...
Ameisli - Nächster Halt: uasilgE
Am 23.11.2019 um 14:00 Uhr
Pausenplatz Schulhaus Städtli, Marco Strobel, Tel. 076 579 03 67
mehr...
Gottesdienst - Ewigkeitssonntag
Am 24.11.2019 um 09:30 Uhr
Ref. Kirche Eglisau, Pfr. Hansjakob Schibler
mehr...