Zeit der Vorfreude

"Es wäre besser gewesen, du wärst zur selben Stunde wiedergekommen", sagte der Fuchs. "Wenn du zum Beispiel um vier Uhr nachmittags kommst, kann ich um drei Uhr anfangen, glücklich zu sein. Je mehr die Zeit vergeht, umso glücklicher werde ich mich fühlen. Um vier Uhr werde ich mich schon aufregen und beunruhigen; ich werde erfahren, wie teuer das Glück ist. Wenn du aber irgendwann kommst, kann ich nie wissen, wann mein Herz da sein soll ... Es muss feste Bräuche geben."
>Antoine de Saint-Exupéry. Der kleine Prinz


Vorfreude ist wunderbar. Am stärksten entflammt sie vor dem Wiedersehen der Verliebten, doch auch der Advent ist voll davon: Eines von den frisch geformten «Chräbeli» stibizen, die zum Ruhen beiseite gestellt sind. Das Türchen oder Päcklein öffnen am Kalender. Die morgendliche Absicht, einen ruhigen Moment zu feiern mit dem bestimmten Tee, der ausgewählten Karte, den guten Worten und der passenden Musik. Beim Geschenk einpacken an den Moment des Schenkens denken. Unterwegs zum Glühweinstand das bevorstehende Wiedersehen vor Augen. Am Sonntag die nächste Kerze entzünden. Beim Lebkuchen kaufen das Wasser im Mund. Das Danke hören, bevor der Fünflieber im Heilsarmeetopf scheppert. Die Krippenfiguren aus dem Seidenpapier wickeln. Die Kugeln aus ihren Schachteln befreien. Beim Kerzenziehen die Flamme tanzen sehen. Die Tanne riechen auf dem Weg zum Christbaumverkauf. Frieden auf Erden und Amen hören, beim Eintritt in den Kirchenraum.
Das Weihnachtsfest kennt so viele Bräuche und Formen, der Vorfreude Ausdruck und Gelegenheit zu geben, wie kein anderes. Alle verändern sich und sind mit Ausnahme von Krippenspiel und Weihnachtskrippe in der Neuzeit entstanden, die meisten erst in den letzten 200 Jahren. Die Steigerung der Vorfreude und die Steigerung des Umsatzes vertragen sich mal besser mal schlechter, doch man muss gar freudlos sein, im ganzen Gewusel keine Vorfreude zu empfinden.
Wenn mit Weihnachten die Zeit der Vorfreude ihr Ende findet, ist die alljährliche Kunst gefragt, ein Stück Freude ins Herz zu packen. Es ist ein Wunder, ein Stück davon in sich zu tragen, dass Gott in die Welt kommt.
Freut euch! Lasst alle Menschen eure Freundlichkeit spüren.
Der Herr ist nahe. Phil 4,4f

Einen Advent voller Vorfreude und frohe Weihnachten
>Andreas Weber, Pfr.

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